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Der Parc d’Iroise: Einzigartige Meereswelten in der Bretagne erleben

Leuchttürme, Riffe, Klippen und Gezeiten: Das Meeresschutzgebiet Parc d’Iroise in der Bretagne bietet Ferienhaus-Urlaubern einzigartige Erlebnisse rund um Meer und Küste. Der erste Nationale Meeres-Naturpark ist Heimat für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und sogar Robben und Delfine kann man hier problemlos beobachten.

Es war ein schwarzer Tag für Frankreich und für ganz Europa: Am 16. März 1978 erlitt der Tanker Amoco Cadiz des US-amerikanischen Amoco Oil Corporation Schiffbruch. Der Tanker war in Seenot geraten, mehrere Bergungsversuche scheiterten und schließlich rammte der Koloss gegen 21 Uhr nachts einen Felsen vor der Küste von Portsall, etwa 24 km nordöstlich der Insel Ouessant. 

Das Schiff zerbrach in drei Teile. 223.000 Tonnen Rohöl sowie Schweröl gelangten ins Meer und verursachten die bis dato größte Ölpest Europas. Über mehrere Wochen verseuchten das Öl und der Schiffstreibstoff mehr als 350 Kilometer der Küsten in Nordwestfrankreich sowie das Meer und seine Bewohner. Es sollte der sechstgrößte Ölunfall der Geschichte werden. 

Seit dieser Katastrophe darf kein Frachter mehr die Rinne zwischen der bretonischen Insel Ouessant und dem Festland, die Passage du Fromveur, nutzen. 1988 wurde die Iroise von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. 2007 schließlich wurde Frankreichs erster nationaler Meeres-Naturpark, der Parc d’Iroise, gegründet, um die einzigartige Natur in den Gewässern zwischen Quessant und der Küste zu erhalten, aber auch um Umweltschutz, Tourismus und Fischerei in Einklang bringen.

Das Schutzgebiet umfasst 3.500 Quadratkilometer, die von Ouessant bis zur Sein-Insel und im Osten bis in die Bucht von Douarnenez reichen. Damit schließt er praktisch die gesamte bretonische Westküste mit ein. Die Iroise See zählt heute zu den artenreichsten Gewässern Frankreichs und ist ein beliebtes Ausflugsziel für alle Ferienhaus-Urlauber, die die Meeres- und Unterwasserwelten der Bretagne hautnah erleben wollen. 

 Schutzgebiet für Robben und Delfine

Inzwischen ist die Bretagne mit 320 Naturschutzgebieten und dem Meeres-Schutzgebiet Parc d’Iroise die französische Region mit den meisten geschützten Flächen. Der Parc d’Iroise ist dabei von besonderer Bedeutung, denn er ist ein wichtiger Lebensraum für Robben und Delfine. Ein Viertel aller Meeressäugetiere der französischen Küstengewässer sowie fast alle Fischarten der Atlantik- und Ärmelkanalküste, rund 120 Arten, leben hier. Außerdem kommen hier rund 300 verschiedene Algenarten vor.  

Aufgrund der starken Strömungen ist das Wasser der Iroise See sehr sauerstoff- und damit nährstoffreich. Die vielen Inseln, Riffe, Archipele sowie ein strukturreicher Meeresboden mit tiefen und flachen Wasserzonen, sorgen für einen großen Artenreichtum der unterseeischen Flora und Fauna. 

So fühlt sich beispielsweise der Wolfsbarsch hier wohl. Außerdem haben sich rund um die Insel Molène und die Sein-Insel je eine Delfinschule angesiedelt. Um Molène leben zudem etwa sechzig Hundsrobben, der südlichste Lebensraum dieser Tierart.

 

Mit der Gründung des Meeres-Naturparks haben sich die menschlichen Bewohner rund um das Mer d’Iroise zum Ziel gesetzt, die wirtschaftliche Nutzung, also Tourismus und Fischfang, mit dem Schutz der marinen Flora und Fauna bestmöglich in Einklang zu bringen und die einzigartigen Lebensräume und die Bestände der dort lebenden Arten bestmöglich zu erhalten. Das Ergebnis ist eine einzigartige Szenerie aus Felsen, Leuchttürmen, Kormoranen, Robben und Delfinen, in denen der Mensch respektvoll seinen Platz gefunden hat. Wer einen Ferienhaus-Urlaub in Frankreich in der Bretagne plant, sollte diesem beispielhaften Meeresschutzprojekt unbedingt einen Besuch abstatten und sich von seinen Bewohnern verzaubern lassen. 

Eine Bootstour zu den Delfinen

Das Highlight bei einem Besuch im Parc d’Iroise ist zweifellos eine Bootstour zu den Robben und Delfinen. Die lustigen Gesellen dabei zu beobachten, wie sie neugierig um das Boot herumtollen, ist einfach unvergesslich. Oft schnellen mehrere Tiere gleichzeitig direkt neben dem Boot aus dem Wasser und selbst der größte Miesepeter müsste bei diesem Anblick vor Glück laut lachen. Aber auch die gemütlicheren Robben erwärmen mit ihren Knopfaugen das Herz jedes Ferienhaus-Urlaubers. 

Die kleinen Ausflugsboote starten bei gutem Wetter und ruhiger See, in der Regel vormittags, zum Beispiel von der Küstenstadt Le Conquet aus. Hier befindet sich oberhalb des Hafens auch das Institut der Parkverwaltung. 

Seit die großen Frachter aus dem Archipel verbannt wurden und auch die Algenfischer ihre Arbeit an andere Orte verlegt haben, blühen die großen Tümmler wahrlich auf. Aufgrund ihres äußerst feinen Gehörsinnes sind sie äußerst lärmempfindlich und meiden dementsprechend Gebiete, in denen der Mensch zu gedankenlos seinen Geschäften nachgeht. 

Heute leben etwas mehr als 60 Delfine rund um die Insel Molène. Die Motoren der kleinen Ausflugsboote scheinen sie nicht zu stören. Im Gegenteil. Meist dauert es nicht langte, bis sie die Besucher bemerkt haben und sich neugierig nähern. Oft sind auch Jungtiere mit dabei. Die Delfine sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie gut sich die Natur erholen kann, wenn der Mensch sie lässt. 

Tauchen und Segeln im Parc d’Iroise

Der Atlantik im Parc d’Iroise ist rau und der Tidenhub enorm. Starke Strömungen zwischen den Riffen und Untiefen machen die See zu einem der herausfordernsten Meeresgebiete Frankreichs. Kein Wunder, dass etliche Wracks hier auf dem Meeresboden ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Trotzdem, oder gerade deshalb, ist der Parc d’Iroise ein sehr beliebtes Gebiet für Taucher. Neben einigen flachen Tauchplätzen, die auch für Anfänger geeignet sind, gibt es zahlreiche anspruchsvolle Plätze mit Tiefen von bis zu 65 Metern. 

Auch das Wrack der Amoco Cadiz gilt inzwischen als ereignisreicher Tauchplatz vor der bretonischen Küste. Allerdings kann man nur das Mittelstück und das Heck betauchen. Das Vorschiff ist nach einem Sturm verschwunden und bisher nicht mehr aufgetaucht. 

Neben der Unterwasserwelt ist die Iroise See jedoch auch ein beliebtes Gebiet bei Seglern. Zahlreiche Schulen und Vermietungen bieten Kurse und Coachings in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wer schon immer einmal im Ferienhaus-Urlaub einen Segeltörn machen oder sogar einen Kurs absolvieren wollte, ist hier an der richtigen Adresse.

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