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La bise, der französische Kuss zur Begrüßung

Der berühmte französische Kuss zur Begrüßung ist wohl eine der wichtigsten Gesten, die man im Ferienhaus-Urlaub in Frankreich beherrschen sollte. Wir sind den Ursprüngen dieser typisch französischen Umgangsform auf den Grund gegangen und erklären, was diese Ritual so besonders macht. 

Was in französischen Filmen wie die natürlichste Sache der Welt aussieht, entpuppt sich in der Realität des Ferienhaus-Urlaubes oft als diplomatisches Minenfeld: La bise, der französische Kuss zur Begrüßung. Wer küsst wen, werden nur Frauen oder auch Männer mit Kuss begrüßt, wohin mit den Armen, auf welcher Seite küsst man sich und vor allem, wie oft? 

Die hohe Kunst des Küssens

La bise will gelernt sein. Auch dann, wenn es sich um eine scheinbar simple Geste zur Begrüßung handelt. Denn der Begrüßungskuss erfordert etwas mehr interkulturelle Kompetenz als ein einfacher Handschlag. Der französische Kuss zur Begrüßung folgt nämlich ganz bestimmten Regeln, die man auch als Ferienhaus-Urlauber zumindest einmal gehört haben sollte, um sich nicht bei der ersten Gelegenheit als teutonisches Trampeltier zu outen. Aber wie genau läuft die Begrüßung auf Französisch nun ab? Laut dem französischem Fremdenverkehrsbüro Atout France schüttelt man sich bei der Begrüßung zunächst die Hand. Dann folgt die eigentliche Herausforderung: La bise. Dieser reicht von einer Berührung der Wangen und einem „Luftkuss“ bis hin zu einem richtigen Kuss, bei dem sich Haut und Lippen oder auch Lippen und Lippen, berühren. Wie das von Statten geht, darüber kursieren viele Mythen. Zwei oder doch lieber vier Küsse, beginnend auf der rechten Seite oder war es doch links? 

Kuss-Knigge für den Ferienhaus-Urlaub

Für den perfekten Begrüßungskuss gelten vier Regeln, die allerdings von Region zu Region variieren: 

Wann: Die Frage nach dem Wann lässt sich recht einfach beantworten. Mit Kuss begrüßt man sich in Frankreich manchmal in der Arbeit, meistens in der Freizeit und immer wenn man Freunde trifft. 

Wen: La bise ist in Frankreich ein Kulturgut. Je nach familiärer, freundschaftlicher und beruflicher Bindung sowie dem sozialen Status des Gegenübers ist ein Kuss mehr oder weniger angebracht. Vertraute Familienmitglieder und Freunde werden praktisch immer mit Kuss begrüßt. Auch auf kollegialer Ebene ist der Begrüßungskuss durchaus üblich, wenn auch weniger unter Männern. Vor allem junge Französinnen und Franzosen sind begeisterte Begrüßungsküsser und tastächlich entdecken auch immer mehr junge Männer das Ritual für sich. Dennoch gibt es auch Situationen, in denen man sein Gegenüber besser nicht zur Begrüßung küsst oder diesem zumindest die Entscheidung überlässt. Bei älteren Personen die nicht zum Freundes- oder Familienkreis gehören sowie bei Vorgesetzten und ‚ranghöheren‘ Personen ist Zurückhaltung geboten. Sie eröffnen sozusagen den Begrüßungskuss, sofern sie dies möchten. Wie: Sich nahe kommen, die Nähe des Gegenübers spüren, ein wenig flirten und kokettieren oder einfach nur freundschaftliche Zuneigung zeigen, mit la bise lassen sich die verschiedensten Gesten und Gefühle quasi als Geheimbotschaft mitteilen. Daher ist es den Küssenden jeweils selbst überlassen, wie intensiv und lang ein Kuss ist und welche Bedeutung ihm die Beteiligten geben wollen. Je besser man sich kennt, desto inniger fällt auch die Begrüßung aus. Vom ‚Luftkuss‘, bei dem sich nur die Wangen berühren bis zum Kuss Lippe an Lippe gibt es die verschiedensten Spielarten.

Wie oft: Wie viele Küsse man sich zur Begrüßung gibt, variiert in Frankreich regional sehr stark. Eine kleine Faustformel lautet: Je offener die gesellschaftliche Runde ist, in der man sich gerade befindet und je näher man sein Gegenüber kennt – oder kennenlernen will – desto öfter wird auch geküsst. In Frankreich sind zudem bis heute Klassenunterschiede recht präsent. In wohlhabenden Kreisen wird oft Zurückhaltung gewahrt während Angehörige der Arbeiterschicht meist überschwängliche Begrüßungsküsse vorziehen. Wer als Ferienhaus-Urlauber in Frankreich unsicher ist muss sich jedoch keine allzu großen Sorgen machen, denn selbst die Franzosen wissen nicht immer, wie viele Küsse es sein sollen oder streiten gar darum, wie viele Küsse man etwa in Strasbourg oder in Montpellier vergibt. Wer es ganz genau wissen möchte, der kann sich sogar Apps herunterladen, die in einer Frankreichkarte zeigen, wo wie oft geküsst wird. Doch am besten überlässt man als Gast dem erfahrenen Gegenüber die Führung und hält sich flexibel für ein bis vier Küsse bereit. So lernt man in kurzer Zeit, wie viele Küsse in der jeweiligen Region bzw. Département üblich sind.  

Warum wir Frankreich für la bise lieben

Warum der Begrüßungskuss in Frankreich einen so großen Stellenwert hat, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Das Wort „bise“ selbst stammt vom lateinischen Wort „basium“, das einen zärtlichen Kuss beschreibt. Gut möglich, dass la bise schon mit den Römern nach Frankreich kam. Und warum küsst man sich in Frankreich so gern zur Begrüßung? Hier gehen die Erklärungen auseinander. Am spannendsten klingt die These des Schriftstellers Daniel Askt, derzufolge der französische Kuss zur Begrüßung Untreue vorbeugen soll, indem man sich ein kleines bisschen Leidenschaft zwischendurch erlaubt. Und es klingt durchaus plausibel, dass gerade die Leidenschaft der Grund ist, warum la bise so populär ist: Eine Moment der unverbindlichen Nähe, ein Moment der Zuneigung, eine freundschaftliche Geste oder ein Wink mit dem Zaunpfahl. La bise ist ein liebenswertes Ritual, das für viele kleine Momente der Freude sorgt.

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